Sep 16

Interview Holger Hofmann – BÄR LIEBT KATZE

Posted in Berichte von Lars

Interview 05.07.2016

Holger Hofmann

Interview - Holger Hofmann

BÄR LIEBT KATZE: Diesen Comicstrip von Holger Hofmann muss man einfach lieben! So verschieden der große Bär und die kleine Katze auch sind: Sie lieben sich. Und Liebe versetzt Berge, so dass die beiden viele Abenteuer und lustige Situationen erleben. Mit einem Augenzwinkern und viel Einigkeit versetzen diese beiden Berge und bringen den Leser zum Staunen. Dieser Comicstrip mit dem sanftmütigen Bär und der knuffigen kleinen Katze verzaubert sofort und ist dazu noch ein Lesespaß für die ganze Familie!

Holger Hofmann (Jahrgang 1971) dürfte den meisten Comicfans durch seine Serie „Die Kolkas“ bekannt sein. Band 1 „Zeit der Finsternis“ erhielt 2000 den ICOM Independent Comic Preis und Band 4 „Elfenstaub“ wurde 2010 mit dem Spash-Hit ausgezeichnet. In Band „Mensch“ geht es um die Zerstörung der Natur durch die Menschheit. Und wurde von „comicgate“ mit der höchsten Bewertungskategorie: Fantastisch ausgezeichnet.
Mit „Bär liebt Katze“ hat Holger Hofmann nun einen liebenswürdigen Comicstrip für die ganze Familie geschaffen, dessen ausdrucksstarke Figuren sich sofort direkt in die Herzen ihrer Leser schleichen.
PPM stellt Holger einige Fragen rund um seine Comicstrips mit dem Bär und der Katze.

PPM:  Wie entstand die Idee zu  Bär und Katze?  Auf deiner Homepage gibt es die Beiden schon seit 2008. Warum hat es dann noch acht Jahre bis zum ersten gedruckten Sammelband bei Gringo gebraucht? Oder gab es irgendwo schon andere?

Holger Hofmann: Die Idee entstand eher zufällig aus einer Bär-Katze-Zeichnung, die ich meiner Frau zum Geburtstag geschenkt hatte. Der Bär und die Katze sollten uns beide darstellen. Der Gedanke gefiel meiner Frau sehr gut, da sie eine große Katzenliebhaberin ist und ich ein Bärenfan. Daraus entwickelte ich dann die Bär-Katze-Comicstrips, die dann sogar für einige Monate in der Jugendzeitschrift Bravo erschienen sind bis ich dann durch einen anderen Comicstripzeichner und -serie ersetzt wurde. Das war im Jahr 2008. Seither habe ich trotz unzähliger Anschreiben keine Zeitungen oder Zeitschriften gefunden, die diese Strips veröffentlichen wollten. Gringo war anfangs auch noch nicht so an Comicstripsammelbänden interessiert. Das Interesse wuchs allerdings in den letzten Jahren und nun hat es ja glücklicherweise geklappt. Herzlichen Dank an Holger Bommer, der seit vielen Jahren meine Werke veröffentlicht und stets faire Verträge anbietet, was man von einigen anderen Verlagen nicht unbedingt sagen kann.

PPM: Wie entstand die Verbindung zu Gringo Comics?

Holger Hofmann: Die Verbindung zu Gringo Comics entstand 2004/2005. Ich suchte 2004 einen neuen Verlag für Band 3 „Korona, die Kriegerin“ der Serie „Die Kolkas“, weil ich mit der Arbeit und den Verträgen des Comicwelt-Verlages nicht einverstanden war.

PPM:  Seit wann bist du als zeichnender und schreibender Comic-Künstler tätig?
Was waren deine bisherigen Arbeiten?

Mit der Veröffentlichung des ersten Kolkas-Bandes im Jahr 1999 begann eigentlich meine Tätigkeit als zeichnender und schreibender Comic-Künstler. Die Kolkas-Serie umfasst mittlerweile sechs Bände.

Band 1: Zeit der Finsternis
Band 2: Tag der Götterdämmerung
Band 3: Korona, die Kriegerin
Band 4: Elfenstaub
Band 5: Red Robot
Band 6: Mensch

2011 veröffentlichte ich noch drei Bände der Comicstripserie „Titanius“, ebenfalls erschienen bei Gringo Comics:
Band 1: Ohne Ausweg
Band 2: Ungeheuerlich
Band 3: Starke Nerven

2016 erfolgte nun die Veröffentlichung der Bär-Katze-Comicstrips in Form eines ersten Sammelbandes bei Gringo Comics.

PPM:  Die wichtigsten Protagonisten sind, wie es der Titel des Strip-Bandes schon sagt, Bär und Katze. Wie würdest du die Beiden charakterisieren?

Der Bär ist sanftmütig, bärenstark, besitzt ein großes Herz und eine extra Portion Humor und liebt seine Katze über alles. Er tappt unglaublich gerne in fettige Fettnäpfchen und gargelige Schlamassel. Er besitzt einen kaum zu stillenden, grizzligen Bärenhunger und liebt alle Bärenobstsorten (Himbäre, Heidelbäre, Erdbäre, …) und alle Monate, die auf „-bär“ enden, besonders den Dezembär!

Die Katze ist klein, knuffig und liebt ihren Bären ebenfalls über alles. Sie hat sinnlich, schöne Katzenaugen, einen erogenen Kraulrücken und einen ausgeprägten Raubtierinstinkt. Liebt Katzenwäsche, sinnliche Fellpflege, Krallenmaniküre und -pediküre. Hat selten verstimmte Katerstimmung und lässt sich nur ungern gegen den Strich streicheln, aber besonders gerne Stunden lang vom Bären den Rücken kraulen.

PPM: Und dann gibt es da noch Bruno den Jagdhund …

Ein Freund der Familie ist Jäger und da bot sich sein Vorname für den Jagdhund an.

PPM: Irgendwie drängt sich beim Lesen das Gefühl auf, dass Bär und Katze eine Rolle wie Mann und Frau spielen, wobei Katze die weibliche Rolle hat. Bär wird doch bei aller Zuneigung schon sehr oft von Katze gemaßregelt… Bär revanchiert sich gelegentlich und lässt Katze alt aussehen.

Richtig. Es macht mir auch großen Spaß die alltäglichen Mann-Frau-Konflikte in die Comicstrips miteinfließen zu lassen.

PPM: Du nutzt auch gerne Aktionen, aus denen sich Verfolgungsszenen ergeben …

War mir gar nicht so bewusst, aber jetzt wo Du es sagst. Scheint wohl ein unbewusstes Faible von mir zu sein.

PPM: Meine absoluten Favoriten in Band 1 sind Schneeball, Schwarze Katze, Zeitpunkt sich zu entschuldigen, Nicht den Adler, Osterbär, Vorsicht bissiger Hund und Blumen gießen. Hast du Lieblingsstrips von Bär und Katze?

Freut mich zu hören, dass Du so viele Favoriten in Band 1 für Dich gefunden hast. Ich mag sie natürlich alle, besonders dann, wenn ich sie zeichne. Und da ich regelmäßig neue Strips zeichne, habe ich auch ständig neue Lieblingsstrips. Aber viel wichtiger für mich ist, dass sie den Lesern gefallen. Wenn ich dort ein Lächeln hervorzaubern kann, habe ich mein Ziel erreicht und der Strip war gut!

PPM:  Woran arbeitetest du neben deiner Comic-Tätigkeit?

An der Erziehung meiner Kinder! 2014 bin ich stolzer Papa von Zwillingen geworden. Da bleibt mittlerweile auch nicht mehr so viel Zeit für die Comic-Tätigkeit übrig, zumal ich hauptberuflich als Lehrer arbeite.

PPM: Liest du noch Comics und wenn ja: welche sind deine Favoriten?

Ich muss gestehen, dass ich aus den eben genannten Gründen kaum noch Zeit finde, um selbst Comics zu lesen. Die Favoriten in meiner eigenen Kindheit waren Petzi, die Schlümpfe, Tim & Struppi, Asterix, Donald Duck und Luky Luke.

PPM:  Vielen Dank für das Interview.  

Weitere Infos über Holger Hofmann gibt es hier:
www.baer-katze.de
www.kolkas.de

von Michael Hüster
Quelle: PPM Vertrieb
Kommentare: 0 » tags: ,
Sep 16

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Posted in Comics von Lars

Salleck

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Salleck - Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Marcel Uderzo ist der Bruder von Albert, der mit Asterix bekannt wurde. Marcel hat einen sehr kleinen Anteil dieser Serie beigesteuert.

Im vorliegenden 2. Band der eigenen Serie „Mathias erzählt“ schuf er die Zeichnungen, die natürlich sehr an das Werk seines Bruders Albert erinnern. Auch so manche spaßige Pointe, das Aussehen der Personen und die verquirlten Namen tragen diese Gene in sich.

Der ältere, gütig dreinschauende und Pfeifen rauchende Mathias erzählt drei Jungs aus der Nachbarschaft gern Geschichten aus seiner eigenen Jugend. Diesmal von einer Entführung und einer geheimnisvollen Irokesenmaske: Die kleine Tochter des Gouverneurs in Montreal, ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts, wird beim Tanzen im Wald von Indianern des Stammes der Wutstock entführt. Der junge Mathias und seine Gefährten machen sich auf, sie zu befreien. Und am Ende hilft der Zauber der Irokesenmaske nicht unerheblich dabei! Denn es ist was Magisches an den „Falschgesichtern“ dran, wie die Masken bei den Indianern auch genannt werden.
Ein Hauch von „Der letzte Mohikaner“ oder Umpah Pa weht in dieser Geschichte. Es gibt „böse“ Indianer, Rothäute als Verbündete, englische Soldaten und französische, sowie eine Schar skurriler Freunde um Mathias, dem jungen Abenteurer. Und ein mächtig aussehender, aber mit dem Geist eines Papoose ausgestatteter, brauner Bär.
Papoose ist der Ausdruck für Kind. Titan – so der Name des Bären – durfte einen Zaubertrank schlürfen, der ihn wachsen, aber trotzdem Kind bleiben ließ.

Die Story ist mit Humor und Slapstick angereichert, die sowohl junge, als auch ältere Leser zu unterhalten vermag. Die Zeichnungen haben den Duktus eines klassischen Funnys. Etwas staksig manche Figuren, aber auch mit liebevoll dargestellten Randerscheinungen (ein von der aufgehenden Sonne gerade geweckter Vogel zeigt sich mit Schlafmütze …) Manch fantasievolle Namensgebung kann Schmunzeln auslösen, (Haardrock, Kodacinstamatick).  Auch das Happy End.

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Text: Moloch, Zeichnungen: Marcel Uderzo, Farben: Didier Ray, Diego Parada López
48 Seiten
Salleck Publications
12,90 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
Kommentare: 0 » tags:
Sep 16

Viking – Das lange, kalte Feuer

Posted in Comics von Lars

Cross Cult

Viking – Das lange, kalte Feuer

Cross Cult - Viking – Das lange, kalte Feuer

In einer nicht näher datierten vergangenen Ära ist das Leben der Wikinger hart, erbarmungslos und archaisch geprägt.

Starre Regeln, Rituale, Vergeltung und Hartherzigkeit in vielen Dingen sind der Charakter der Männer und das Leid der Frauen.
Annikki, die junge Tochter eines Königs, wird entführt, um ein Lösegeld zu erpressen. Die Kidnapper sind unter anderem die Brüder Finn und Egil. Ihnen wurde der kleine Bruder Ketil durch einen Mord entrissen. In Aufruhr, Schmerz, Schuldgefühlen und Seelenpein verhärteten ihre Seelen zusehends. Sie werden unmittelbar nach der Entführung mit dem schlachterprobten König konfrontiert, der seine Tochter persönlich retten will und der dabei aber selbst in einen Notlage gerät. Während einer der Brüder verletzt von den Prinzessin gepflegt wird, und sich in sie verliebt, hält der König dem anderen dessen Charakter vor Augen und macht ihm furchtlos und altersweise klar, wie schuldig er am Tod des Jungen ist und was für eine Verantwortung ein Mann wirklich hat! Und auch Annikki, die die Avancen zwiespältig geschehen lässt, hält nichts auf das kriegerische Macho-Gehabe der Männer in jenen Zeiten.

Zu Anfang der Geschichte sind die abrupten Szenenübergänge etwas unübersichtlich, ein  Überfall mit dem Schwert wechselt zu einer familiären Szene, in der drei Generationen Aale fischen, schwenkt in eine andere Familie, wo Tochter und Vater ein philosophisches Gespräch führen und zeigen dann den Mord an Ketil. Es ist nicht leicht aus zu machen, was davon Rückblenden sind. Erschwert wird dies durch teils grobe Zeichnungen, die Gesichter kaum differenzieren. Doch mit den Seiten sammelt der Leser Informationen und die Geschichte gewinnt an Übersichtlichkeit. In der sind Kämpfe mit grausamen Angriffen zu sehen, Schwerthiebe, Messerstiche, Kopf abschlagen! Aber auch poetisch und warm anmutende Szenen, Natur- und Tierdarstellungen oder plastische, ganzseitige Gemälde. Der Zeichner Nic Klein zeigt hier eine Bandbreite seiner Kunst, die vielfältig geartet ist. Ohne Kompromisse wechselt er auch innerhalb einer Seite den Stil der Darstellung. Ivan Brandon schrieb das Szenario und die Dialoge zwar in weiten Teilen wie in Fragmenten und einiges bleibt absichtlich (noch) ein Rätsel. Doch die eingefügten und unterschwellig angedeuteten Betrachtungen des Menschseins allgemein führen die Geschichte auch in eine Richtung, die Folgendes zu skizzieren vermag: „Man lernt dazu, und kann sich ändern …“

Und so mag dieser Comicband einerseits sehr gewalttätig daherkommen, auch grafisch, doch zwischen den Zeilen fand ich auch Teile einer Tragödie und Aspekte von Selbsterkenntnis! Er ist spannend und unterhaltend. Krass und mehrschichtig. Aber mehr, als nur Action. Der Band enthält 12 Seiten Bonus, darunter beeindruckende Coverabbildungen.

Viking – Das lange, kalte Feuer
Text: Ivan Brandon, Zeichnungen: Nic Klein
144 Seiten
Cross Cult
28,00 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
Kommentare: 0 » tags: