Sep 16

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Posted in Comics von Lars

Salleck

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Salleck - Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Marcel Uderzo ist der Bruder von Albert, der mit Asterix bekannt wurde. Marcel hat einen sehr kleinen Anteil dieser Serie beigesteuert.

Im vorliegenden 2. Band der eigenen Serie „Mathias erzählt“ schuf er die Zeichnungen, die natürlich sehr an das Werk seines Bruders Albert erinnern. Auch so manche spaßige Pointe, das Aussehen der Personen und die verquirlten Namen tragen diese Gene in sich.

Der ältere, gütig dreinschauende und Pfeifen rauchende Mathias erzählt drei Jungs aus der Nachbarschaft gern Geschichten aus seiner eigenen Jugend. Diesmal von einer Entführung und einer geheimnisvollen Irokesenmaske: Die kleine Tochter des Gouverneurs in Montreal, ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts, wird beim Tanzen im Wald von Indianern des Stammes der Wutstock entführt. Der junge Mathias und seine Gefährten machen sich auf, sie zu befreien. Und am Ende hilft der Zauber der Irokesenmaske nicht unerheblich dabei! Denn es ist was Magisches an den „Falschgesichtern“ dran, wie die Masken bei den Indianern auch genannt werden.
Ein Hauch von „Der letzte Mohikaner“ oder Umpah Pa weht in dieser Geschichte. Es gibt „böse“ Indianer, Rothäute als Verbündete, englische Soldaten und französische, sowie eine Schar skurriler Freunde um Mathias, dem jungen Abenteurer. Und ein mächtig aussehender, aber mit dem Geist eines Papoose ausgestatteter, brauner Bär.
Papoose ist der Ausdruck für Kind. Titan – so der Name des Bären – durfte einen Zaubertrank schlürfen, der ihn wachsen, aber trotzdem Kind bleiben ließ.

Die Story ist mit Humor und Slapstick angereichert, die sowohl junge, als auch ältere Leser zu unterhalten vermag. Die Zeichnungen haben den Duktus eines klassischen Funnys. Etwas staksig manche Figuren, aber auch mit liebevoll dargestellten Randerscheinungen (ein von der aufgehenden Sonne gerade geweckter Vogel zeigt sich mit Schlafmütze …) Manch fantasievolle Namensgebung kann Schmunzeln auslösen, (Haardrock, Kodacinstamatick).  Auch das Happy End.

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Text: Moloch, Zeichnungen: Marcel Uderzo, Farben: Didier Ray, Diego Parada López
48 Seiten
Salleck Publications
12,90 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 16

Viking – Das lange, kalte Feuer

Posted in Comics von Lars

Cross Cult

Viking – Das lange, kalte Feuer

Cross Cult - Viking – Das lange, kalte Feuer

In einer nicht näher datierten vergangenen Ära ist das Leben der Wikinger hart, erbarmungslos und archaisch geprägt.

Starre Regeln, Rituale, Vergeltung und Hartherzigkeit in vielen Dingen sind der Charakter der Männer und das Leid der Frauen.
Annikki, die junge Tochter eines Königs, wird entführt, um ein Lösegeld zu erpressen. Die Kidnapper sind unter anderem die Brüder Finn und Egil. Ihnen wurde der kleine Bruder Ketil durch einen Mord entrissen. In Aufruhr, Schmerz, Schuldgefühlen und Seelenpein verhärteten ihre Seelen zusehends. Sie werden unmittelbar nach der Entführung mit dem schlachterprobten König konfrontiert, der seine Tochter persönlich retten will und der dabei aber selbst in einen Notlage gerät. Während einer der Brüder verletzt von den Prinzessin gepflegt wird, und sich in sie verliebt, hält der König dem anderen dessen Charakter vor Augen und macht ihm furchtlos und altersweise klar, wie schuldig er am Tod des Jungen ist und was für eine Verantwortung ein Mann wirklich hat! Und auch Annikki, die die Avancen zwiespältig geschehen lässt, hält nichts auf das kriegerische Macho-Gehabe der Männer in jenen Zeiten.

Zu Anfang der Geschichte sind die abrupten Szenenübergänge etwas unübersichtlich, ein  Überfall mit dem Schwert wechselt zu einer familiären Szene, in der drei Generationen Aale fischen, schwenkt in eine andere Familie, wo Tochter und Vater ein philosophisches Gespräch führen und zeigen dann den Mord an Ketil. Es ist nicht leicht aus zu machen, was davon Rückblenden sind. Erschwert wird dies durch teils grobe Zeichnungen, die Gesichter kaum differenzieren. Doch mit den Seiten sammelt der Leser Informationen und die Geschichte gewinnt an Übersichtlichkeit. In der sind Kämpfe mit grausamen Angriffen zu sehen, Schwerthiebe, Messerstiche, Kopf abschlagen! Aber auch poetisch und warm anmutende Szenen, Natur- und Tierdarstellungen oder plastische, ganzseitige Gemälde. Der Zeichner Nic Klein zeigt hier eine Bandbreite seiner Kunst, die vielfältig geartet ist. Ohne Kompromisse wechselt er auch innerhalb einer Seite den Stil der Darstellung. Ivan Brandon schrieb das Szenario und die Dialoge zwar in weiten Teilen wie in Fragmenten und einiges bleibt absichtlich (noch) ein Rätsel. Doch die eingefügten und unterschwellig angedeuteten Betrachtungen des Menschseins allgemein führen die Geschichte auch in eine Richtung, die Folgendes zu skizzieren vermag: „Man lernt dazu, und kann sich ändern …“

Und so mag dieser Comicband einerseits sehr gewalttätig daherkommen, auch grafisch, doch zwischen den Zeilen fand ich auch Teile einer Tragödie und Aspekte von Selbsterkenntnis! Er ist spannend und unterhaltend. Krass und mehrschichtig. Aber mehr, als nur Action. Der Band enthält 12 Seiten Bonus, darunter beeindruckende Coverabbildungen.

Viking – Das lange, kalte Feuer
Text: Ivan Brandon, Zeichnungen: Nic Klein
144 Seiten
Cross Cult
28,00 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 16

The Divine

Posted in Comics von Lars

Cross Cult

The Divine

Cross Cult - The Divine

Mark, ein Sprengstoffexperte, übernimmt einen Job in Quanlom, einem fiktivem Staat in Asien. Sein Kumpel hat ihm diesen Auftrag empfohlen und begleitet ihn.

Mark bringt in einer Lavaröhre in einem Berg Sprengladungen an, die dann später über Funk von einem Hubschrauber aus gezündet werden sollen. Dabei entdeckt er einen verletzten Jungen in einiger Entfernung und besteht darauf, ihn medizinisch zu behandeln. Anschließend will er ihn nach Hause führen, irgendwo in der Nähe. Auf dem Weg dorthin versperrt eine eigenartige, riesige Knollenpflanze die Straße. Allein begleitet er den Bub vorbei an diesem Hindernis. Doch im dichten Dschungel wird er von anderen Kindersoldaten überfallen, die ihn nur wieder frei lassen wollen, wenn er die geplante Sprengung stoppt. Notgedrungen willigt er ein – und sonderbare Geschehnisse nehmen ihren Lauf! Einer der jungen Rebellen hat übernatürliche Kräfte und Marks amerikanischer Kollege scheint ein Geheimnis zu haben. Mit durch Magie erzeugte Riesen greifen die eigenartigen Kinder Stellung der Bombenleger an. Und werden auch noch vom legendären Drachen Leh unterstützt.

Die Geschichte wird sorgsam aufgebaut. Der Leser erfährt von privaten Angelegenheiten. Von geplatzten Vorhaben und der übereilten Entscheidung, nach Quanlom zu reisen, bevor sie dann dort in ein außergewöhnliches Abenteuer mündet.
Aufgrund einer Zeitungsreportage mit einem Bild von zwölfjährigen Zwillingen im Januar 2000, Kindersoldaten ohne Kindheit, abgekämpft und kettenrauchend, entwickelten die Macher diesen Comic. Es ist Fantasy mit einem Hauch burmesischer Mythologie, sowie diskreter Gesellschaftskritik in einer wirklich spannenden Story! Die Kindersoldaten werden ambivalent charakterisiert. Einerseits abgebrüht und grausam, andererseits im Grunde chancenlos gegen die Mächtigen und bedauernswerte Opfer von Kriegsverbrechen. So kann der Drache durchaus auch als übergeordnete Gerechtigkeit und Strafe für die Bösen verstanden werden, wenngleich eine derartige Interpretation vielleicht gar nicht vorgesehen ist.

Die Zeichnungen sind sehr klar, das Artwork mit der eher hellen Kolorierung bildet eigentlich einen harmlosen Kontrast zu den teilweise heftigen Gewalt-Szenen. Doch die warmen Pastelltöne machen sich eben auch gut, um differenzierte Nuancen eindrucksvoll herauszustellen. Dazu gibt es ein paar fantasievolle und poetische Szenen. So z.B., als der Junge mit den magischen Kräften eine scharfe Landmine in die Luft teleportiert und dort oben explodieren lässt. Hervor fliegt ein blauer Paradiesvogel, einem Phönix nicht unähnlich! Eine prima mystische Geschichte mit Überraschungen und kaum vorauszuahnenden Wendungen.

The Divine
Text: Boaz Lavie
Zeichnungen: Asav u. Tomer Hanuka
160 Seiten
Cross Cult
28,00 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vetrieb
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