Sep 28

Sara Lone 1 – Pinky Princess

Posted in Comics von Lars

All Verlag

Sara Lone 1 – Pinky Princess

All Verlag - Sara Lone 1 - Pinky Princess

Eine zerrüttete Vater-Tochter-Beziehung wird durch einen Mord und einem geheimnisvollem Papier zu einer undurchsichtigen Geschichte und zu einem Crime-Noir.

Am Strand findet ein turtelndes Pärchen zufällig nachts einen vergrabenen Toten. Der Kopf ist abgetrennt und liegt auf dem senkrecht im Sand steckenden Leichnam. Er gehörte dem alten Seemann Carruthers, der brutal ermordet wurde. Auf der Suche nach Hinterbliebenen stößt die Polizei auf seine Tochter Joy, die im schummrigen Gewerbe ihr Geld verdient und besser bekannt ist unter dem Namen Sara Lone! Sie gibt sich auf Befragungen zunächst recht zugeknöpft. Kurz danach grapscht ihr schmieriger Boss an ihr rum, sie wehrt sich und schlägt den Aufdringlichen mit einer Stehlampe ko. Sie schnappt sich ihren Lohn aus dem offen stehenden Tresor und verschwindet. Die Polizei schnappt sie wegen Mordes, den allerdings eine Kollegin am Boss vollendet hat. In den Habseligkeiten von Sara findet ein Bundesagent ein Dokument, das ihn dazu veranlasst, sie unter seinen Schutz zu stellen! Und die Mafia hat ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt…

In den 1960ger Jahren, als noch J.F. Kennedy und Steve McQueen die Helden der Amerikaner waren, ist dieses spannende Abenteuer angesiedelt und mit etlichen Verweisen ausstaffiert. Die sexy Hauptperson ist scheinbar ein Dummerchen und mit ihrem Vater verband sie wenig Gutes. Im Umfeld von Fischfang, Dünen, Meer und Unterwelt sind hier schon mal die Weichen für eine auf vier Bänden angelegte Geschichte gelegt. Denn es gibt noch einige Handlungsfäden, die weitergesponnen werden müssen: Ein Schatzfund auf dem Meeresgrund, den ihr Vater einst zusammen mit zwei Kumpels machte, Episoden aus dem letzten Krieg und nicht zuletzt die wohl krisengebeutelte Vergangenheit von Vater und Tochter. Die Personen sind im ersten Band natürlich noch vage charakterisiert, und auch das Milieu, das man so aus dieser Zeit mit allerlei Zwielichtigem verbindet, ist angedeutet. Also ein Story zwischen Rache und Verschwörung. Ein Krimi mit rothaariger Hauptperson, mehreren Geheimnissen und wunderschön gestalteten Bildern. Die Farben sind eher erdig, gedeckt und unterstreichen den düsteren, nebulösen Stil dieses Thrillers!
Auf acht zusätzlichen Seiten geben der Autor und der Künstler mit erklärenden Worten
Einsicht in den Schaffungsprozess.

Sara Lone
Text: Erik Arnoux, Zeichnungen: David Morancho
56 Seiten
All Verlag
15,80 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 16

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Posted in Comics von Lars

Salleck

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Salleck - Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Marcel Uderzo ist der Bruder von Albert, der mit Asterix bekannt wurde. Marcel hat einen sehr kleinen Anteil dieser Serie beigesteuert.

Im vorliegenden 2. Band der eigenen Serie „Mathias erzählt“ schuf er die Zeichnungen, die natürlich sehr an das Werk seines Bruders Albert erinnern. Auch so manche spaßige Pointe, das Aussehen der Personen und die verquirlten Namen tragen diese Gene in sich.

Der ältere, gütig dreinschauende und Pfeifen rauchende Mathias erzählt drei Jungs aus der Nachbarschaft gern Geschichten aus seiner eigenen Jugend. Diesmal von einer Entführung und einer geheimnisvollen Irokesenmaske: Die kleine Tochter des Gouverneurs in Montreal, ungefähr in der Mitte des 18. Jahrhunderts, wird beim Tanzen im Wald von Indianern des Stammes der Wutstock entführt. Der junge Mathias und seine Gefährten machen sich auf, sie zu befreien. Und am Ende hilft der Zauber der Irokesenmaske nicht unerheblich dabei! Denn es ist was Magisches an den „Falschgesichtern“ dran, wie die Masken bei den Indianern auch genannt werden.
Ein Hauch von „Der letzte Mohikaner“ oder Umpah Pa weht in dieser Geschichte. Es gibt „böse“ Indianer, Rothäute als Verbündete, englische Soldaten und französische, sowie eine Schar skurriler Freunde um Mathias, dem jungen Abenteurer. Und ein mächtig aussehender, aber mit dem Geist eines Papoose ausgestatteter, brauner Bär.
Papoose ist der Ausdruck für Kind. Titan – so der Name des Bären – durfte einen Zaubertrank schlürfen, der ihn wachsen, aber trotzdem Kind bleiben ließ.

Die Story ist mit Humor und Slapstick angereichert, die sowohl junge, als auch ältere Leser zu unterhalten vermag. Die Zeichnungen haben den Duktus eines klassischen Funnys. Etwas staksig manche Figuren, aber auch mit liebevoll dargestellten Randerscheinungen (ein von der aufgehenden Sonne gerade geweckter Vogel zeigt sich mit Schlafmütze …) Manch fantasievolle Namensgebung kann Schmunzeln auslösen, (Haardrock, Kodacinstamatick).  Auch das Happy End.

Mathias erzählt – Band 2: Die Irokesenmaske

Text: Moloch, Zeichnungen: Marcel Uderzo, Farben: Didier Ray, Diego Parada López
48 Seiten
Salleck Publications
12,90 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 16

Viking – Das lange, kalte Feuer

Posted in Comics von Lars

Cross Cult

Viking – Das lange, kalte Feuer

Cross Cult - Viking – Das lange, kalte Feuer

In einer nicht näher datierten vergangenen Ära ist das Leben der Wikinger hart, erbarmungslos und archaisch geprägt.

Starre Regeln, Rituale, Vergeltung und Hartherzigkeit in vielen Dingen sind der Charakter der Männer und das Leid der Frauen.
Annikki, die junge Tochter eines Königs, wird entführt, um ein Lösegeld zu erpressen. Die Kidnapper sind unter anderem die Brüder Finn und Egil. Ihnen wurde der kleine Bruder Ketil durch einen Mord entrissen. In Aufruhr, Schmerz, Schuldgefühlen und Seelenpein verhärteten ihre Seelen zusehends. Sie werden unmittelbar nach der Entführung mit dem schlachterprobten König konfrontiert, der seine Tochter persönlich retten will und der dabei aber selbst in einen Notlage gerät. Während einer der Brüder verletzt von den Prinzessin gepflegt wird, und sich in sie verliebt, hält der König dem anderen dessen Charakter vor Augen und macht ihm furchtlos und altersweise klar, wie schuldig er am Tod des Jungen ist und was für eine Verantwortung ein Mann wirklich hat! Und auch Annikki, die die Avancen zwiespältig geschehen lässt, hält nichts auf das kriegerische Macho-Gehabe der Männer in jenen Zeiten.

Zu Anfang der Geschichte sind die abrupten Szenenübergänge etwas unübersichtlich, ein  Überfall mit dem Schwert wechselt zu einer familiären Szene, in der drei Generationen Aale fischen, schwenkt in eine andere Familie, wo Tochter und Vater ein philosophisches Gespräch führen und zeigen dann den Mord an Ketil. Es ist nicht leicht aus zu machen, was davon Rückblenden sind. Erschwert wird dies durch teils grobe Zeichnungen, die Gesichter kaum differenzieren. Doch mit den Seiten sammelt der Leser Informationen und die Geschichte gewinnt an Übersichtlichkeit. In der sind Kämpfe mit grausamen Angriffen zu sehen, Schwerthiebe, Messerstiche, Kopf abschlagen! Aber auch poetisch und warm anmutende Szenen, Natur- und Tierdarstellungen oder plastische, ganzseitige Gemälde. Der Zeichner Nic Klein zeigt hier eine Bandbreite seiner Kunst, die vielfältig geartet ist. Ohne Kompromisse wechselt er auch innerhalb einer Seite den Stil der Darstellung. Ivan Brandon schrieb das Szenario und die Dialoge zwar in weiten Teilen wie in Fragmenten und einiges bleibt absichtlich (noch) ein Rätsel. Doch die eingefügten und unterschwellig angedeuteten Betrachtungen des Menschseins allgemein führen die Geschichte auch in eine Richtung, die Folgendes zu skizzieren vermag: „Man lernt dazu, und kann sich ändern …“

Und so mag dieser Comicband einerseits sehr gewalttätig daherkommen, auch grafisch, doch zwischen den Zeilen fand ich auch Teile einer Tragödie und Aspekte von Selbsterkenntnis! Er ist spannend und unterhaltend. Krass und mehrschichtig. Aber mehr, als nur Action. Der Band enthält 12 Seiten Bonus, darunter beeindruckende Coverabbildungen.

Viking – Das lange, kalte Feuer
Text: Ivan Brandon, Zeichnungen: Nic Klein
144 Seiten
Cross Cult
28,00 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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