Okt 14

Cross Cult startet eigenes Manga Label: Manga Cult

Posted in Comics von Lars

Andreas Mergenthaler: Wir haben uns schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, Manga zu veröffentlichen.

Cross Cult startet eigenes Manga Label: Manga Cult - Andreas Mergenthaler: Wir haben uns schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, Manga zu veröffentlichen.

Der Manga-Markt in Deutschland ist weiterhin erfolgreich und legt stetig etwas zu. Die Szene ist sehr lebendig und so fand der Cross Cult – Verlag aus Ludwigsburg, dass es eine recht günstige Zeit wäre, um mit einem neuen Manga-Verlagslabel an den Start zu gehen.

Cross Cult fügt also seinen bisherigen erfolgreichen Säulen US-Comics und Romane mit den Mangas einen weiteren Bereich hinzu, der langsam und vorsichtig ausbaut werden soll.

Bei den Manga-Themen wird der Verlag vorerst den Cross Cult – typischen Genres SF, Fantasy, Horror und Action treu bleiben. PPM befragte Cross Cult-Verleger Andreas Mergenthaler zu Manga Cult.

Hallo Andreas. Wie ist es dazu gekommen, in die Publikation von Mangas einzusteigen?

Andreas Mergenthaler: Wir haben uns schon länger mit dem Gedanken beschäftigt, Manga zu veröffentlichen. Ein wenig in diese Richtung ging es schon mit Avatar und Monstress. Beide Reihen werden von Japanerinnen gezeichnet. Auch Lone Wolf 2100 geht in diese Richtung. Und als nun Michael Schuster bei uns ins Team gekommen ist, der ein großes Faible für Manga hat und der auch schon ein paar Monate in Japan studiert hat, konnte es dann richtig losgehen. Er fungiert nun, neben seinen anderen Aufgaben (Lizenzen/Verträge und Kalkulationen) auch noch als Manga-Chefredakteur.

Auf der letztjährigen Buchmesse wurden Kontakte zu den japanischen Verlagen bzw. Agenturen hergestellt und gefestigt, wir haben uns mit Händlern, Kollegen und Leuten aus der Manga-Szene unterhalten, überlegt, wie das erste Cross Cult Programm mit „richtigen“ Manga aussehen könnte. Es hat sich herauskristallisiert, dass wir vorerst den Cross Cult typischen Genres treu bleiben sollten – also SF, Fantasy, Horror, Action – und dass es einige bekannte Manga-Reihen gibt, die mittlerweile nicht mehr auf Deutsch erhältlich sind und die man im hochwertigen Cross Cult Style neu auflegen könnte. Wobei uns bewusst ist, dass die Manga-Szene generell sehr preissensitiv ist. Dieses Konzept gefiel den Lizenzgebern, die ja normalerweise sehr vorsichtig sind, was neue Partnerverlage angeht.

Von den üblichen Massentiteln, den typischen Mädchen-Manga, lassen wir erstmal die Finger. Da gibt es in der Tat ein großes Angebot von starken deutschen Verlagen. Der rasche Erfolg von Kazé hat aber gezeigt, dass man im hiesigen Manga-Markt noch Angebotslücken finden kann. Wobei Kazé natürlich den Vorteil hat, dass sie direkt mit den Japanern „verbandelt“ sind und dass sie zu einem großen Konzern gehören.

Wir werden uns nicht nur auf hochwertige Sammelbandausgaben beschränken, sondern auch neue, bzw. auf Deutsch bislang unveröffentlichte Serien ins Programm nehmen. Aber jetzt schauen wir erstmal, wie das Start-Programm ankommt. Da sind neben zwei „Klassikern“ ja auch Neuveröffentlichungen mit dabei.

Das Interesse der Fans und die ersten Vorschusslorbeeren fallen überraschend positiv aus – wie man im neuen Manga Cult Forum sehen kann. Der „Hunger“ der Manga-Fans scheint noch lange nicht gesättigt zu sein. Trotz des schon jetzt üppigen Manga-Angebots in Deutschland und den Scanlation-Fan-Übersetzungen. Die Szene ist sehr lebendig, nach einer Schwächephase vor ein paar Jahren. Es ist also gerade eine recht günstige Zeit, um mit einem neuen Manga-Verlagslabel an den Start zu gehen.

Was die Produktionsseite angeht, haben wir übrigens vor vielen Jahren schon reichlich Erfahrungen sammeln können, weil wir damals für EMA und Carlsen scannen und lettern durften. Die Kollegen haben diese Arbeiten mittlerweile nach Fernost ausgelagert, aber dennoch kommt uns das jetzt wieder zugute.

Und, nebenbei: Ich bin selbst auch Manga, Anime und Asia-Kino Fan – wenn auch kein Spezialist wie Michael – also freue ich mich auch aus rein persönlichen Gründen auf die neuen Themen.

Falls ihr die Manga – Sparte erfolgreich etablieren könnt: Welche Auswirkungen hat das ggf. auf euer Comic- und Roman-Programm?

Andreas Mergenthaler: Das würde nicht bedeuten, dass wir uns im Erfolgsfall von den „normalen“ Comics verabschieden werden. Insbesondere die deutschen Reihen (Gung Ho, Drifter, Das UPgrade) sind mir da sehr wichtig. Und natürlich bleiben wir auch dem Mignolaverse treu – so wie auch den starken Image Comics Reihen (The Walking Dead, Saga und co.). Auch das Aliens-Universum läuft gut. Alles in allem wird sich da also nicht viel ändern. Es wird sicher keinen so heftigen Umschwung geben, wie es damals bei Carlsen und Ehapa der Fall war, als die Manga boomten und die frankobelgischen Reihen bis auf wenige Resttitel ausgemustert wurden – in diese Lücke ist dann ja mit großem Erfolg der Splitter Verlag gestoßen. Naja, vielleicht kommt einem diese Zäsur auch nur jetzt, mit vielen Jahren Abstand, so heftig vor. Zudem läuft bei uns, allein an der Titelanzahl gemessen, ja auch alles in einem kleineren Maßstab ab. Unsere beiden bisherigen Säulen bleiben jedenfalls bestehen – also Comics und Romane – es kommt nur noch ein Bereich dazu, den wir langsam und vorsichtig und hoffentlich erfolgreich ausbauen werden.

Weitere Infos gibt es bei youtube im Cross Cult-TV/Manga Cult-TV

von Michael Hüster
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 28

Sara Lone 1 – Pinky Princess

Posted in Comics von Lars

All Verlag

Sara Lone 1 – Pinky Princess

All Verlag - Sara Lone 1 - Pinky Princess

Eine zerrüttete Vater-Tochter-Beziehung wird durch einen Mord und einem geheimnisvollem Papier zu einer undurchsichtigen Geschichte und zu einem Crime-Noir.

Am Strand findet ein turtelndes Pärchen zufällig nachts einen vergrabenen Toten. Der Kopf ist abgetrennt und liegt auf dem senkrecht im Sand steckenden Leichnam. Er gehörte dem alten Seemann Carruthers, der brutal ermordet wurde. Auf der Suche nach Hinterbliebenen stößt die Polizei auf seine Tochter Joy, die im schummrigen Gewerbe ihr Geld verdient und besser bekannt ist unter dem Namen Sara Lone! Sie gibt sich auf Befragungen zunächst recht zugeknöpft. Kurz danach grapscht ihr schmieriger Boss an ihr rum, sie wehrt sich und schlägt den Aufdringlichen mit einer Stehlampe ko. Sie schnappt sich ihren Lohn aus dem offen stehenden Tresor und verschwindet. Die Polizei schnappt sie wegen Mordes, den allerdings eine Kollegin am Boss vollendet hat. In den Habseligkeiten von Sara findet ein Bundesagent ein Dokument, das ihn dazu veranlasst, sie unter seinen Schutz zu stellen! Und die Mafia hat ein Kopfgeld auf sie ausgesetzt…

In den 1960ger Jahren, als noch J.F. Kennedy und Steve McQueen die Helden der Amerikaner waren, ist dieses spannende Abenteuer angesiedelt und mit etlichen Verweisen ausstaffiert. Die sexy Hauptperson ist scheinbar ein Dummerchen und mit ihrem Vater verband sie wenig Gutes. Im Umfeld von Fischfang, Dünen, Meer und Unterwelt sind hier schon mal die Weichen für eine auf vier Bänden angelegte Geschichte gelegt. Denn es gibt noch einige Handlungsfäden, die weitergesponnen werden müssen: Ein Schatzfund auf dem Meeresgrund, den ihr Vater einst zusammen mit zwei Kumpels machte, Episoden aus dem letzten Krieg und nicht zuletzt die wohl krisengebeutelte Vergangenheit von Vater und Tochter. Die Personen sind im ersten Band natürlich noch vage charakterisiert, und auch das Milieu, das man so aus dieser Zeit mit allerlei Zwielichtigem verbindet, ist angedeutet. Also ein Story zwischen Rache und Verschwörung. Ein Krimi mit rothaariger Hauptperson, mehreren Geheimnissen und wunderschön gestalteten Bildern. Die Farben sind eher erdig, gedeckt und unterstreichen den düsteren, nebulösen Stil dieses Thrillers!
Auf acht zusätzlichen Seiten geben der Autor und der Künstler mit erklärenden Worten
Einsicht in den Schaffungsprozess.

Sara Lone
Text: Erik Arnoux, Zeichnungen: David Morancho
56 Seiten
All Verlag
15,80 Euro

von Rolf Pressburger
Quelle: PPM Vertrieb
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Sep 16

Interview Holger Hofmann – BÄR LIEBT KATZE

Posted in Berichte von Lars

Interview 05.07.2016

Holger Hofmann

Interview - Holger Hofmann

BÄR LIEBT KATZE: Diesen Comicstrip von Holger Hofmann muss man einfach lieben! So verschieden der große Bär und die kleine Katze auch sind: Sie lieben sich. Und Liebe versetzt Berge, so dass die beiden viele Abenteuer und lustige Situationen erleben. Mit einem Augenzwinkern und viel Einigkeit versetzen diese beiden Berge und bringen den Leser zum Staunen. Dieser Comicstrip mit dem sanftmütigen Bär und der knuffigen kleinen Katze verzaubert sofort und ist dazu noch ein Lesespaß für die ganze Familie!

Holger Hofmann (Jahrgang 1971) dürfte den meisten Comicfans durch seine Serie „Die Kolkas“ bekannt sein. Band 1 „Zeit der Finsternis“ erhielt 2000 den ICOM Independent Comic Preis und Band 4 „Elfenstaub“ wurde 2010 mit dem Spash-Hit ausgezeichnet. In Band „Mensch“ geht es um die Zerstörung der Natur durch die Menschheit. Und wurde von „comicgate“ mit der höchsten Bewertungskategorie: Fantastisch ausgezeichnet.
Mit „Bär liebt Katze“ hat Holger Hofmann nun einen liebenswürdigen Comicstrip für die ganze Familie geschaffen, dessen ausdrucksstarke Figuren sich sofort direkt in die Herzen ihrer Leser schleichen.
PPM stellt Holger einige Fragen rund um seine Comicstrips mit dem Bär und der Katze.

PPM:  Wie entstand die Idee zu  Bär und Katze?  Auf deiner Homepage gibt es die Beiden schon seit 2008. Warum hat es dann noch acht Jahre bis zum ersten gedruckten Sammelband bei Gringo gebraucht? Oder gab es irgendwo schon andere?

Holger Hofmann: Die Idee entstand eher zufällig aus einer Bär-Katze-Zeichnung, die ich meiner Frau zum Geburtstag geschenkt hatte. Der Bär und die Katze sollten uns beide darstellen. Der Gedanke gefiel meiner Frau sehr gut, da sie eine große Katzenliebhaberin ist und ich ein Bärenfan. Daraus entwickelte ich dann die Bär-Katze-Comicstrips, die dann sogar für einige Monate in der Jugendzeitschrift Bravo erschienen sind bis ich dann durch einen anderen Comicstripzeichner und -serie ersetzt wurde. Das war im Jahr 2008. Seither habe ich trotz unzähliger Anschreiben keine Zeitungen oder Zeitschriften gefunden, die diese Strips veröffentlichen wollten. Gringo war anfangs auch noch nicht so an Comicstripsammelbänden interessiert. Das Interesse wuchs allerdings in den letzten Jahren und nun hat es ja glücklicherweise geklappt. Herzlichen Dank an Holger Bommer, der seit vielen Jahren meine Werke veröffentlicht und stets faire Verträge anbietet, was man von einigen anderen Verlagen nicht unbedingt sagen kann.

PPM: Wie entstand die Verbindung zu Gringo Comics?

Holger Hofmann: Die Verbindung zu Gringo Comics entstand 2004/2005. Ich suchte 2004 einen neuen Verlag für Band 3 „Korona, die Kriegerin“ der Serie „Die Kolkas“, weil ich mit der Arbeit und den Verträgen des Comicwelt-Verlages nicht einverstanden war.

PPM:  Seit wann bist du als zeichnender und schreibender Comic-Künstler tätig?
Was waren deine bisherigen Arbeiten?

Mit der Veröffentlichung des ersten Kolkas-Bandes im Jahr 1999 begann eigentlich meine Tätigkeit als zeichnender und schreibender Comic-Künstler. Die Kolkas-Serie umfasst mittlerweile sechs Bände.

Band 1: Zeit der Finsternis
Band 2: Tag der Götterdämmerung
Band 3: Korona, die Kriegerin
Band 4: Elfenstaub
Band 5: Red Robot
Band 6: Mensch

2011 veröffentlichte ich noch drei Bände der Comicstripserie „Titanius“, ebenfalls erschienen bei Gringo Comics:
Band 1: Ohne Ausweg
Band 2: Ungeheuerlich
Band 3: Starke Nerven

2016 erfolgte nun die Veröffentlichung der Bär-Katze-Comicstrips in Form eines ersten Sammelbandes bei Gringo Comics.

PPM:  Die wichtigsten Protagonisten sind, wie es der Titel des Strip-Bandes schon sagt, Bär und Katze. Wie würdest du die Beiden charakterisieren?

Der Bär ist sanftmütig, bärenstark, besitzt ein großes Herz und eine extra Portion Humor und liebt seine Katze über alles. Er tappt unglaublich gerne in fettige Fettnäpfchen und gargelige Schlamassel. Er besitzt einen kaum zu stillenden, grizzligen Bärenhunger und liebt alle Bärenobstsorten (Himbäre, Heidelbäre, Erdbäre, …) und alle Monate, die auf „-bär“ enden, besonders den Dezembär!

Die Katze ist klein, knuffig und liebt ihren Bären ebenfalls über alles. Sie hat sinnlich, schöne Katzenaugen, einen erogenen Kraulrücken und einen ausgeprägten Raubtierinstinkt. Liebt Katzenwäsche, sinnliche Fellpflege, Krallenmaniküre und -pediküre. Hat selten verstimmte Katerstimmung und lässt sich nur ungern gegen den Strich streicheln, aber besonders gerne Stunden lang vom Bären den Rücken kraulen.

PPM: Und dann gibt es da noch Bruno den Jagdhund …

Ein Freund der Familie ist Jäger und da bot sich sein Vorname für den Jagdhund an.

PPM: Irgendwie drängt sich beim Lesen das Gefühl auf, dass Bär und Katze eine Rolle wie Mann und Frau spielen, wobei Katze die weibliche Rolle hat. Bär wird doch bei aller Zuneigung schon sehr oft von Katze gemaßregelt… Bär revanchiert sich gelegentlich und lässt Katze alt aussehen.

Richtig. Es macht mir auch großen Spaß die alltäglichen Mann-Frau-Konflikte in die Comicstrips miteinfließen zu lassen.

PPM: Du nutzt auch gerne Aktionen, aus denen sich Verfolgungsszenen ergeben …

War mir gar nicht so bewusst, aber jetzt wo Du es sagst. Scheint wohl ein unbewusstes Faible von mir zu sein.

PPM: Meine absoluten Favoriten in Band 1 sind Schneeball, Schwarze Katze, Zeitpunkt sich zu entschuldigen, Nicht den Adler, Osterbär, Vorsicht bissiger Hund und Blumen gießen. Hast du Lieblingsstrips von Bär und Katze?

Freut mich zu hören, dass Du so viele Favoriten in Band 1 für Dich gefunden hast. Ich mag sie natürlich alle, besonders dann, wenn ich sie zeichne. Und da ich regelmäßig neue Strips zeichne, habe ich auch ständig neue Lieblingsstrips. Aber viel wichtiger für mich ist, dass sie den Lesern gefallen. Wenn ich dort ein Lächeln hervorzaubern kann, habe ich mein Ziel erreicht und der Strip war gut!

PPM:  Woran arbeitetest du neben deiner Comic-Tätigkeit?

An der Erziehung meiner Kinder! 2014 bin ich stolzer Papa von Zwillingen geworden. Da bleibt mittlerweile auch nicht mehr so viel Zeit für die Comic-Tätigkeit übrig, zumal ich hauptberuflich als Lehrer arbeite.

PPM: Liest du noch Comics und wenn ja: welche sind deine Favoriten?

Ich muss gestehen, dass ich aus den eben genannten Gründen kaum noch Zeit finde, um selbst Comics zu lesen. Die Favoriten in meiner eigenen Kindheit waren Petzi, die Schlümpfe, Tim & Struppi, Asterix, Donald Duck und Luky Luke.

PPM:  Vielen Dank für das Interview.  

Weitere Infos über Holger Hofmann gibt es hier:
www.baer-katze.de
www.kolkas.de

von Michael Hüster
Quelle: PPM Vertrieb
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